
Für einen starken Automobilstandort
Sie ist die Schlüsselbranche für Wachstum, Innovation und Wohlstand in Europa – und wegen zunehmender Deindustrialisierung in Gefahr: die Automobilindustrie.
Mit der gemeinsamen Initiative „Bürgermeister für einen starken Automobilstandort“ fordern nun zahlreiche Verwaltungschefs wichtiger deutscher Automobilstädte in einem ersten Schritt von der Europäischen Kommission, zügig Maßnahmen einzuleiten, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Autoindustrie und Hunderttausende Arbeitsplätze zu sichern.
Vier Oberbürgermeister starten Initiative
Auftakt der Initiative bildet ein 7 Punkte umfassendes Forderungspapier an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Die vier Köpfe der Kampagne sind die Oberbürgermeister
- Dr. Frank Nopper aus Stuttgart
- Dennis Weilmann aus Wolfsburg
- Simon Blümcke aus Friedrichshafen und
- Uwe Conradt aus Saarbrücken, der die Initiative ins Leben gerufen hat.
Zehn weitere Verwaltungschefs großer Automobilstandorte haben sich der Initiative inzwischen bereits angeschlossen – über Parteigrenzen hinweg. Weit über 600.000 Arbeitsplätze hängen in den Regionen dieser 15 Städte vom Auto ab.
Forderungen an die EU-Kommission
- Ein klares Bekenntnis zur Automobil- und Automobilzuliefererindustrie als Schlüsselindustrie des Wirtschaftsstandorts und damit für Arbeit, Wohlstand und Stabilität!
- Offenheit bei der Antriebstechnologie statt Verbrennerverbot. Neben der Elektromobilität sollen weitere klimafreundliche Antriebsarten inklusive Plug-In-Hybriden grundsätzlich ermöglicht werden.
- Schaffen Sie gleiche Wettbewerbsbedingungen in Europa, damit eine exportorientierte und global ausgerichtete Automobilwirtschaft wieder hier investiert. Setzen Sie sich ein für offene Grenzen und Märkte, aber nur mit fairen Regeln für alle!
- Die Strafzahlungen der Automobilhersteller an die EU wegen des Nichterreichens der CO2-Flottengrenzwerte müssen ausgesetzt werden.
- Fördern Sie Innovationskraft und technischen Fortschritt! Für Forschung und Entwicklung im Bereich der Automobilwirtschaft muss eine verlässliche und planbare Förderungskulisse etabliert werden. Hierzu zählen unter anderem die Förderung von Wasserstoffantrieben und neuen Batterietechnologien mit der entsprechenden Infrastruktur, um eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Automobilwirtschaft in Europa zu sichern.
- Der Ausbau von Schnellladesäulen und Stromnetzen muss massiv vorangetrieben werden. Hierfür braucht es auch ein europäisches Förderprogramm.
- Der Transformationsprozess darf nicht zulasten der Bürger und Kommunen gehen.
„Marken wie Mercedes, BMW, Audi, Volkswagen und Porsche stehen nicht nur für wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch für die Leistungsfähigkeit und den Innovationsgeist unserer Unternehmen und Beschäftigten. Doch genau diese industrielle Substanz erodiert zunehmend“, schreiben Dr. Frank Nopper, Dennis Weilmann, Simon Blümcke und Uwe Conradt in ihrem Forderungspapier.
Die vier Verwaltungschefs setzen sich für eine Automobilwirtschaft als Innovationstreiber im globalen Transformationsprozess ein, die große Schritte in Richtung Klimaneutralität ermöglichen kann.
Aktuellen Entwicklungen entgegentreten
In der Vergangenheit sei allerdings viel Vertrauen innerhalb der Branche zerstört worden, unter anderem durch emotional aufgeladene Debatten und Beschlüsse sowie ruckartige Veränderungen der Förderkulissen.
Durch
- hohe Kosten
- überbordende Bürokratie
- lange Genehmigungsverfahren
- einen Mangel an verfügbaren Flächen und
- einen zunehmenden Fachkräftemangel
gerate der Automobilstandort Deutschland zunehmend ins Hintertreffen. Dieser Entwicklung gelte es, entgegenzutreten.
„Wirtschaftliche Dynamik entsteht durch Innovationsfreude, nicht durch Verbote. Europa braucht wieder eine echte Leistungs- und Wettbewerbskultur. Europa braucht eine starke, wettbewerbsfähige Automobilindustrie. Dafür ist jetzt Ihr entschlossenes Handeln gefragt“, fordern die Verwaltungschefs aus Stuttgart, Wolfsburg, Friedrichshafen und Saarbrücken von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Die Verwaltungschefs der Initiative werden unter anderem in den Austausch mit Automobilverbänden treten und nach der Bundestagswahl bei der neuen Bundesregierung und den Landesregierungen ihre Forderungen platzieren. Die wichtige Debatte über die Zukunft der Automobilindustrie wird von der Initiative fortgeführt.
Weitere Informationen
Lesen Sie hier die Erklärung der Bürgermeister im Detail (Aktuelle Fassung: August 2025)
Pressemitteilungen zum Thema
Lesen Sie auch die Pressemitteilungen der Bürgermeister-Initiative
-
Deutsche Autoindustrie in der Rezession – Bürgermeisterinitiative warnt vor Strukturbruch und fordert entschlossenes EU-Handeln
-
Bürgermeister-Initiative zu Kurskorrektur der EU zu Verbrenner-Aus (18. Dezember 2025)
-
Bürgermeister fordern klare Position der Bundesregierung gegenüber Brüssel (16. Oktober 2025)
-
Bürgermeister fordern Kurs-Korrekturen von der EU (5. September 2025)
-
Bürgermeister-Initiative fordert von Bundesregierung Einsatz in Brüssel (8. Juli 2025)
-
Foderung der Initiative im Koalitionsvertrag - Erfolg auf EU-Ebene (11. April 2025)
-
Bürgermeister-Initiative und VDA fordern bessere Rahmenbedingungen (14. März 2025)
-
Bündnis begrüßt Industriepolitische Aussagen im Sondierungspapier (13. März 2025)
-
Bürgermeister-Initiative bewertet EU-Aktionsplan als Erfolg – aber es bleibt viel zu tun (6. März 2025)
Initiatoren 'Für einen starken Automobilstandort'
